Gemeinschaft zur Pflege heimischen Brauchtums im Kirchspiel Ense Bremen e.V. - Heimatverein
Gemeinschaft zur Pflege heimischen Brauchtums im Kirchspiel Ense Bremen e.V.  -  Heimatverein

Kloster Himmelpforten

Die Anfänge des Klosters „himilporte“ gehen auf das Jahr 1246 zurück, denn in diesem Jahr stellte die Gemahlin des Grafen Gottfried III. von Arnsberg, Adelheid geb. Gräfin von Bließkastel, im Möhnetal im Bereich der Pfarrei Bremen zur Errichtung eines Klosters den Grund und Boden zur Verfügung, den sie aus eigenen Mitteln gekauft hatte, Stiftungsurkunde des Erzbischofs Konrad von Köln vom 17.07.1246. Als Geburtsurkunde der Kirche kann man die Urkunde des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden (1238-1261) vom 28.08. 1249 ansehen. Himmelpforten wurde ein Kloster der Zisterzienserinnen, eines jungen, aber sehr angesehenen Frauenordens.

 

Durch zahlreiche Schenkungen und Zuwendungen gelangte Himmelpforten von kleinen Anfängen zu einem reichen Besitz, sodass es schließlich 55 eigene Höfe besaß. Die Getreideernten mussten auf der klostereigenen Wassermühle an der Möhne gemahlen werden. Die Höfe lagen vorwiegend am Hellweg zwischen Soest und Werl und auf dem entsprechenden Abschnitt des Haarwegs.

 

Kriegswirren störten das Klosterleben: der Truchsessische Krieg (1583 – 1589) und der Dreißigjährige Krieg (1618 -1638) hatten Zerstörungen zur Folge, so wurden am 20.Oktober 1633 von marodierenden Hessen vier Gebäudeteile in Brand geschossen und die Anlage total geplündert.

Sämtliche Klostergebäude, der Oberbau der Kirche und der Dachreiter wurden ein Raub der Flammen. Mühevoll und zeitraubend wurde wieder aufgebaut: 1656 standen Notbauten zur Verfügung. Erst 1725 weihte der Abt Petrus Nolten von Bredelar die neue Kirche. Der Siebenjährige Krieg (1756 – 1763) brachte wiederum Plünderungen und Brandschatzungen. Nur kurz erholte sich das Kloster, bis dann die Folgen der Französischen Revolution in Folge der napoleonischen Feldzüge das endgültige Aus bewirkten. Durch den Reichsdeputationshauptschluss ging das kölnische Westfalen an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt, dessen Landesherrn alle kirchlichen Besitztümer privatisiert, also verkauft, richtiger: verschleudert haben.

 

Die Klosterkirche wurde 1840 der Pfarrgemeinde Bremen als Hilfskirche zugewiesen.

1847 wurde in Himmelpforten eine Tochtergemeinde mit einem eigenen Geistlichen errichtet, die 1921 zur Pfarrgemeinde Niederense-Himmelpforten erhoben wurde.

 

Himmelpforten ist nicht mehr! – Jene Schicksalsnacht des 17. Mai 1943, in der die Möhnetalsperre durch Bombeneinwirkungen zerbrach und die ungeheuren Wasserfluten das friedliche Möhnetal  überschwemmten, die ehemalige Klosterkirche mit ihren unersetzlichen Werten vernichtete und Tausende von unschuldigen Zivilisten das Leben kostete, auch das des Pfarrers Josef Berkenkopf, der sich wie andere auch beim Fliegeralarm in den Keller flüchtete, hinterließ nach dem Verlaufen des Wassers eine Wüste von Trümmern und Trauer. 700 Jahre frommen und aufbauenden Lebens in der Erinnerung an tiefe Religiösität waren zerstört. Ein Geröllfeld lag da, wo die „porta coeli“ gestanden hatte.

 

Quellen: „Himmelpforten – Gottes Lob durch sieben Jahrhunderte“                        Herausgeber: Pfarrgemeinde Niederense-Himmelpforten und Verein für Geschichte und Heimatpflege Niederense-Himmelpforten.  Fotos: Ense-Press-Haase/Archiv Heimatverein

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