Gemeinschaft zur Pflege heimischen Brauchtums im Kirchspiel Ense Bremen e.V. - Heimatverein
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Das Mucher Kreuz und                         Der Scheinflughafen Ruhne - Waltringen

  „Das Mucher Kreuz“

 

Dieses Kreuz wurde schon vor langer, langer Zeit von den Pilgern aus Much im Rhein-Sieg-Kreis errichtet.

Von hier sehen sie zum ersten Mal das Ziel ihrer Wallfahrt: Die Türme der Wallfahrtsbasilika in Werl, die das Gnadenbild, die „Trösterin der Betrübten“, beherbergt. Für viele der Pilger ist dies ein sehr emotionaler Moment, denn zu diesem Zeitpunkt liegen bereits fast 130 Kilometer und drei Tagesmärsche hinter ihnen.

Hier ist somit Zeit für eine Rast und ein Gebet.

 

Die Wallfahrt findet jährlich Anfang Juli statt und zwar seit 1774. Nach einer verheerenden Viehseuche half das Salz aus der Saline Werl bei der Bekämpfung. Daraufhin gelobten die Mucher, jährlich eine Pilgerwallfahrt zur Muttergottes nach Werl zu unternehmen. Etwa 160 Personen nehmen heute noch an jeder Pilgerreise teil.

Mucher Wallfahrer auf dem Weg nach Werl - Foto eines Teilnehmers aus Much © 2015
Das "Mucher Kreuz" auf der Haar - Foto: © R. Bartels 2015

Das Kreuz trägt keinen Korpus, sondern die sogenannten „Leidenswerkzeuge“:  Die Dornenkrone, den Speer des römischen Soldaten und den mit Essig getränkten Schwamm.

 

Im Jahr 1933 wurde das Kreuz vom Reichsarbeitsdienst abgerissen.

Herr Topp aus Ruhne stellte es sicher. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es

wieder aufgestellt.

 

Herr Hunecke aus Werl ließ 1978 ein neues Kreuz aufstellen und pflegte es viele Jahre. 2012 wurden das Kreuz und das Umfeld von der Werler Kreuzbruderschaft vollständig erneuert.

 

Dieses Pilgerkreuz ist ein Platz um inne zu halten und die Aussicht zu genießen.

 

Die Gemeinde Much liegt im Rhein-Sieg-Kreis und besteht aus

114 Dörfern und Einzelhöfen mit zur Zeit etwa14.300 Einwohnern.

Näheres unter www.much.de oder www.much-heute.de

 

Quelle: Heinz Stock im Dezember 2015

Der Scheinflughafen Ruhne-Waltringen

Standort des Scheinflughafens (gelber Pin) - Foto Thomas Beine © 2011

Unweit dieser Stelle befand sich während des Zweiten Weltkrieges auf der Nordseite des Haarstrangs ein Scheinflughafen. Erbaut wurde er im Jahr 1939 durch den Arbeitsdienst, um von dem 7 km entfernten Militärflughafen in Werl abzulenken. Zu diesem Zweck stellte man Flugzeugattrappen auf und errichtete zehn Hallen mit den Maßen 10x20 Metern. Bei Fliegerangriffen wurden auch Schweißarbeiten und andere Arbeiten simuliert. Bedient wurde diese Anlage von sechs Soldaten, die im nahegelegen Bunker untergebracht waren.

 

In der Nacht vom 13. Juni 1941 fielen 15 englische Bomber auf die Attrappe herein und warfen über 1200 Spreng- und Brandbomben ab. Die Bewohner von Ruhne hatten großes Glück, denn Menschen kamen nicht zu Schaden. Allerdings brannte ein Bauernhof bis auf die Grundmauern nieder und 15 Kühe überlebten die Bombardierung nicht.

 

Der genannte Bunker wurde nach Kriegsende gesprengt. Oberirdische Reste waren aber bis zum Frühjahr 2015 noch zu sehen. Diese wurden während der Aufstellung neuer Windräder eingeebnet.

 

Quelle: Heinz Stock im Dezember 2015

Standort des ehemaligen Bunkers - Foto T. Beine © 2011
Bunker am Scheinflughafen - Foto T. Beine © 2011
Bunker am Scheinflughafen - Foto T. Beine © 2011
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